Amphi 2008 - I. Bericht


cinderella_effect.jpg Der Erfolg des Amphi-Festivals geht weiter. Dieses Jahr öffnete das Orkus Festival bereits zum 4. Mal seine Tore, um das feierwillige Volk ein zu lassen. Wie im Vorjahr fand das Szenario um die Gothic Szene auf dem Gelände des Tanzbrunnens Köln statt. Ein Idyllisches, perfektes Plätzchen, was nicht nur durch seine Sanitären Anlagen- die dieses Jahr erweitert wurden- überzeugt, zudem konnte man am Beach Club in den bereitgestellten Liegestühlen Chillen, oder bei einem heimischen Getränk, Longdrinks, Met in Biergarten plaudern.
Auch den Zuwachs an Familien konnte man erkennen. Völlig stressfreie Eltern waren mit ihren Kindern anzutreffen, wobei hier die Mitarbeiter von Gothic Family.net und ihm Info-Stand auf dem Gelände beigetragen haben. Mit Spiel und Spass für die kleinen sowie Elterntreff oder Fotoausstellung ist für alle Familienmitglieder etwas dabei gewesen.

Am Samstag war für die Unheilig Fans ein ganz besonderer Tag. Der Graf war unter dem Motto „Meets & Greets" den gesamten Nachmittag anzutreffen. Neben netten Gesprächen wurden unzählige Fotos geschossen. Bevor es mit den Musikern auf den beiden Bühnen richtig los ging, gab es im Theater eine  Filmpremiere. Welle:Erdball stellten ihr Werk Operation:Zeitsturm vor. Und wer das ganze am Samstag verpasst hatte, konnte sich am Sonntag zur gleichen Zeit im Theater einfinden, um den Welle:Erdball Movie zu sehen.

Den Anfang machte die noch unbekannte Künstlerin Mina Harker auf der Hauptbühne. Phantasievolle Texte eingerahmt in elektronischen Sound der durch Gitarrenmeister Alexander Gorodedskis vervollständigt wurde. Mina Harker bereitete den Frühaufstehern einen guten Start in den Festivaltag. Für die Liebhaber der härteren Klänge standen auf der Theaterbühne Noisuf-X bereit, um dem tanzwütigen Volk ordentlich ein zu heizen. Gefolgt von Thomas Rainer (L`Âme Immortelle) mit seinem Nebenprojekt Nachtmahr ging es hart weiter. Ungewohnt neue Wege beschreitet er was viele neugierige Leute anzog. Mit Industriallastigen Beats absolvierten  Nachtmahr ihren Auftritt, der durch den im Hintergrund laufenden Film keineswegs langweilte.
Ebenfalls sehr gelungen und mit Aussicht auf grosse Anerkennung vom Publikum stand Cinderella Effect auf der Hauptbühne. Ein von Constance Rudert (Blutengel) zum Leben erwecktes Projekt. Unterstützt wurde die sympathische Sängerin durch Sopranistin Coralie Thomas und Timbre-Stimme Katja Gutowski. Eindrucksvolle Musik, tolle Interpretationen von bekannten Songs erreichten hier die Zuschauer und ging teilweise mit Stücken wie „Wenn die liebe ein Engel ist" unter die Haut. Nach den gefühlvollen Melodien standen Zeromancer am Start und läuteten die Zeit der kräftigeren Töne ein. Ihre letzte Veröffentlichung (I`m Yours To Lose - Single) liegt bereits ein Jahr zurück trotzdem bewiesen sie zum diesjährigen Amphi keine musikalische Müdigkeit.
ashbury_heights.jpg Nach Grendel ging es mit Ashbury Heights auf der Theaterbühne weiter. Ihr Debütalbum „Three Cheers For The Newly Deads" ist durch das aussergewöhnliche sexy Synthpop-Arrangement ein Knaller und steckt die Erwartungen an das Norwegische Duo recht hoch. Opener war „Illusion" eine perfekte Auswahl, um das Publikum auf die kommenden Klänge vor zu bereiten. Im Anschluss stellten sie ihre neue Single vor und wechselten weiter zu Krachern wie „Cry Havoc, Stormbringer" oder Smaller". Ashbury Heights bestätigten auf der Bühne ihr Talent und wurden den Ansprüchen der Zuschauerschar gerecht. Im Anschluss gab es Haujobb sowie Tactical Sekt zu sehen. Damit wurde der elektronische Fahrplan auf der Theaterbühne konsequent weiter verfolgt.
Während dessen durfte Moderator Honey auf der Hauptbühne die aussergewöhnliche Band um den C64 ankündigen. Mit neuer Sängerin Plastique sowie neuer Bühnenshow präsentierten Welle:Erdball ihre Werke- Eine Mischung aus Pop, stilistischen 80er Sound und Minimalelektro. Konfetti flog beim Song „Arbeit Adelt", kleine Starfighter wurden in die Zuschauermenge befördert und A.L.F. klimperte auf den Keyboardtasten. Wie immer ein Genuss für Ohren und Augen, einfach genial. Zur Abwechslung am Samstag Nachmittag stand Sven Friedrich und seine Jungs von Zeraphine auf der Bühne. Letztes Jahr noch konnte man ihn zusammen mit der Originalbesetzung von Dreadful Shadows sehen, bot er  dieses Jahr der grossen Zuschauerzahl mit Zeraphine einige Songs aus dem Bestand von mittlerweile 4 veröffentlichten Cds. Wieder zurück in den elektronischen Bereich luden Covenant mit ihren Future-Pop Sound zum feiern ein. Schon zu Beginn ihrer Karriere wurde ihnen der Titel bestaussehende Band zugeschrieben, was sich nach 14 Jahren Bandbestehen nicht geändert hat. Immer noch chic im Anzug, in gewohnter Partylaune jedoch mit Gips- Joakim erlitt einen Knochenbruch beim Amphi-Cup- gaben die sympathischen Schweden und neuestes Mitglied Daniel Myer (Haujobb) eine Auswahl an Songs zum Besten.
Das Theater schien aus allen Nähten zu platzen, als die Formation Rotersand am frühen Abend dort spielten. Bis zum Abschluss, den Combichrist machte und zuvor The Klinik blieb es voll. Treibende Beats donnerten aus den Boxen und die Masse tanzten zu hypnotisch ergreifenden Songs.
Nachdem Deine Lakaien auf der Hauptbühne in den Abend spielten war es Zeit für den Headliner- Oomph!. Das neue Album „Monster" wurde von Kritikern als langweilig und unkreativ beschrieben, jedoch der Auftritt war alles andere als dies. Mit Songs wie „Fieber" oder „Unsere Rettung" und der Performance von Dero ein absoluter Hammer. Seine Kunst mit Mimik und Gestik zu spielen, die Songs so zu untermauern ist einzigartig und auf jeden Fall ein Muss. Ein gelungener Abschluss am ersten Festivaltag. Wer noch nicht genug hatte konnte sich zur Aftershowparty auf der Theaterbühne weiter austoben. Hier legten z.b. DJ Elvis auf oder Dark Celebration Party DJ Team auf.