Mick Mercer - 21st Century Goth


Mick Mercer - 21st Century GothFür Kenner der Szene ist der britische Musikjournalist Mick Mercer kein Unbekannter. Er war früher Herausgeber des Magazins Zigzag und schreibt heute ab und zu für Zillo. Bekannt wurde er jedoch durch seine drei Standardwerke über Gothic-Szene. Das letzte, Hex Files: The Goth Bible, stammt von 1996. In ihm unternahm Mick Mercer den Versuch, die internationale Gothicszene darzustellen. Es war nach Ländern unterteilt. Mir leistete dieses Buch beim Erstellen meines Gothic-Lexikons sehr gute Hilfe. 21st Century Goth ist in gewisser Weise eine Fortsetzung der Hex Files. Allerdings eine Fortsetzung mit anderen Mitteln. Denn während in Hex Files vor allem Postadressen angegeben waren, so erfasst Mick Mercer diesmal die internationale Szene durchs Internet, indem er die entsprechenden URLs auflistet. Da Webseiten oftmals nicht eindeutig einem Land zuzuordnen sind, hat Mick Mercer die geographische Einteilung konsequenterweise weggelassen. Stattdessen wurden die Seiten nach Kategorien unterteilt, die im Buch alphabetisch sortiert angeordnet sind: von B wie Bands bis Z wie Zines (sowohl ezines als auch normale, gedruckte Zines), Ausnahme sind "Goth Websites" die etwas außerhalb der Reihe eingeordnet sind. Die Kategorien sind durchaus sinnvoll gewählt, abgesehen davon, dass man hätte eventuell die "Goth Websites" mit "miscellaneous Goth Websites" (Sonstige Goth-Webseiten) überschreiben sollen. Eine gute Idee ist dagegen "sites of interest". In dieser Kategorie sind Sites gelistet, die für Goths von Interesse sein dürften (wie etwa "Bat Conservation International" www.batcon.org , oder Webseiten über Edgar Allan Poe).

Die Bereiche selbst sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Die Liste der Clubs etwa erscheint mir recht kurz und unvollständig. Dafür ist die Bandliste sehr gut geraten. Selbst die (noch relativ unbekannte) Band Advocatus Diaboli ist erwähnt, obwohl der Bandname einen Schreibfehler enthält ("Advocatus Diablo"). Deutsche Gothic-Bands sind ebenfalls sehr gut vertreten, obwohl die meisten Seiten nicht in englischer Sprache aufgeführt sind. Teilweise hat er das mit Humor genommen, etwa der Kommentar zu www.umbraetimago.de: "In German so if you're a witless oaf like me just sit back and gawp at the galleries". Direkt dahinter ist übrigens www.darkweb.de/spirit als Fan Site aufgeführt.

Zu den meisten aufgeführten Seiten hat Mick Mercer einen kurzen Kommentar abgegeben, der subjektiv ausfällt. Dies merkt man besonders an seinen Bemerkungen zu www.sistersofmercy.com, hier nimmt Mick kein Blatt vor den Mund und sagt rundweg, dass er Andrew Eldritch nicht leiden kann. Darkweb.de dagegen, gelistet unter "Zines", kam sehr gut weg: "Excellent for clubs, reviews and photos".

Natürlich dürfen bei einem Buch über die Gothicszene Fotos nicht fehlen, und daher ist das Buch mit etlichen guten Fotos illustriert. Einige (meist kleinere) stammen von den besprochenen Websites, andere (die meisten ganzseitigen) stammen von Mick Mercer selbst.

Im Outro (Nachwort) kündigt Mick Mercer an, dass sein nächstes Buch sich ausschließlich mit Bands beschäftigen wird. Wer in dieses Buch aufgenommen werden will, wende sich an Mick direkt. Adresse siehe unter www.mickmercer.com.

Fazit: 21st Century Goth ist ein Buch, das sich für jeden Goth mit Internetzugang lohnt, da es einem einen guten Überblick über die internationale Gothicszene im Web verschafft. Es ist zu hoffen, dass es regelmäßig Updates und Neuauflagen geben wird.

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